Werkstattelektrik

Ladegerät mit Starthilfe in der Werkstatt: die Elektronik schützen

Ein Fahrzeug, das drei Tage in der Karosseriewerkstatt steht – Türen offen, Zündung an für die Diagnose, Licht an für Tests –, hat am Ende oft eine leere Batterie und manchmal Steuergeräte voller Fehlerspeichereinträge. Das Ladegerät mit Starthilfe gehört zu den Werkzeugen, die solche bösen Überraschungen verhindern – vorausgesetzt, man setzt es richtig ein.

· 5 Min. Lesezeit

Warum die Batteriespannung so wichtig ist

Ein neueres Fahrzeug hat Dutzende Steuergeräte an Bord. Sinkt die Spannung unter eine bestimmte Schwelle, gehen manche in einen Notlauf, speichern Fehler oder verlieren ihre angelernten Werte. Dann bekommt man ein Auto mit leuchtenden Warnlampen, einem Fensterheber, dessen Automatikfunktion nicht mehr geht, oder einem Schiebedach, das neu initialisiert werden muss. Meist nichts Schlimmes, aber verlorene Zeit und ein Kunde, der Fragen stellt.

In der Karosseriewerkstatt gibt es viele Gelegenheiten, eine Batterie zu leeren: Zündung an bei der Prüfung der Beleuchtung, stundenlang offene Türen, laufendes Innenraumgebläse bei Tests, Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen nach dem Tausch eines Stoßfängers. Während dieser Phasen ein Ladegerät angeschlossen zu haben, ist kein Luxus.

Laden, Erhaltungsladen, Versorgen: drei verschiedene Anwendungen

Laden heißt, einer entladenen Batterie wieder Energie zuzuführen. Ein modernes Ladegerät tut das in Stufen – mit Diagnose, einer Phase mit hohem Strom, einer Nachladephase und Erhaltungsladung – und schaltet von selbst ab, wenn die Batterie voll ist. Das ist die übliche Anwendung für eine Batterie, die durch die Standzeit geschwächt ist.

Die Erhaltungsladung hält die Batterie während der Arbeit auf Stand. Für lange und stromhungrige Vorgänge wie die Programmierung eines Steuergeräts oder bestimmte Updates verlangen die Hersteller oft ein stabilisiertes Netzteil, das einen hohen Strom bei sehr stabiler Spannung liefert. Das ist nicht ganz dasselbe Gerät wie ein Ladegerät mit Starthilfe: Prüfen Sie vor einer Programmierung die Anforderungen des Herstellers.

Die Starthilfe schließlich liefert einen hohen Strom für die Dauer des Motorstarts. Das ist die Funktion, die morgens weiterhilft, wenn ein draußen abgestelltes Fahrzeug nicht anspringen will.

Ein Fahrzeug sicher starten

Starthilfe gibt man bei eingebauter und angeschlossener Batterie. Ein modernes Fahrzeug ohne Batterie nur mit dem Werkstatt-Starter anzulassen, setzt die Elektronik heftigen Spannungsschwankungen aus. Man wählt die richtige Spannung, 12 oder 24 V, schließt an, wartet einen Moment und startet dann in kurzen Intervallen. Springt der Motor nach zwei oder drei Versuchen nicht an, sucht man den Fehler, statt es weiter zu probieren.

Die Wahl der Leistung hängt von den Fahrzeugen ab, die in die Werkstatt kommen. Ein Benzin-Kleinwagen startet mit wenig Strom, ein Diesel-Transporter bei Kälte braucht deutlich mehr, und ein Lkw oder eine Baumaschine läuft mit 24 V. Ein überdimensioniertes Gerät ist bei richtiger Anwendung nicht gefährlich, ein zu knapp bemessenes aber wird heiß, erschöpft sich und startet gar nichts. Für eine Karosseriewerkstatt, die überwiegend Pkw und einige Transporter annimmt, deckt ein Modell mittlerer Leistung mit 12 / 24 V die meisten Fälle ab.

Läuft der Motor, schaltet man die Startfunktion ab, bevor man abklemmt, und nimmt die Zangen in umgekehrter Reihenfolge des Anschließens ab. Eine Batterie, die Starthilfe gebraucht hat, verdient anschließend eine richtige Ladung und einen Test: Vielleicht ist sie am Ende.

Richtig anschließen: Reihenfolge und Massepunkt

Zuerst klemmt man die Pluszange an den Pluspol oder an den vom Hersteller vorgesehenen Anschlusspunkt, dann die Minuszange an einen Massepunkt an Karosserie oder Motor, und erst danach schaltet man das Ladegerät ein. Zum Abklemmen geht man umgekehrt vor. Einfache Handgriffe, die Funken in der Nähe einer Batterie vermeiden, die beim Laden Wasserstoff abgeben kann.

Bei vielen neueren Fahrzeugen sitzt am Minuspol der Batterie ein Sensor, der den Ladezustand misst. Die Hersteller verlangen dann, die Minuszange an einen eigenen Massepunkt anzuschließen und nicht direkt an den Pol, damit der Sensor den Ladestrom erfasst. Das Fahrzeughandbuch nennt diese Punkte, oft unter der Motorhaube.

AGM- und EFB-Batterien von Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik brauchen eine passende Ladung. Prüfen Sie vor dem Anschließen, ob das Ladegerät für die Batterietechnologie geeignet ist.

  • Zuerst die Pluszange, dann die Masse
  • Ladegerät zuletzt einschalten
  • Vom Hersteller vorgesehener Massepunkt
  • Batterietechnologie vor dem Laden prüfen

Während der Karosseriearbeiten

Vor dem Schweißen mit MIG, Punktschweißzange oder Spotter verlangt das Verfahren der meisten Hersteller, die Batterie abzuklemmen: An einem Fahrzeug, an dem geschweißt wird, bleibt kein Ladegerät angeschlossen. Sind die Schweißarbeiten beendet, klemmt man wieder an und schaltet das Ladegerät während Montage, Prüfung und Kalibrierung auf Erhaltungsladung.

Denken Sie auch an die Trocknung in der Kabine. Ein Fahrzeug, das bei 60 °C eingebrannt wird, darf kein Ladegerät auf der Karosserie oder im Motorraum haben. Man schließt es vorher oder nachher an und legt die Kabel außerhalb des Lackierbereichs ab.

Eine nützliche Gewohnheit: den Batteriezustand bei Fahrzeugannahme im Reparaturauftrag notieren. Ist sie schon schwach, weiß man es vor Arbeitsbeginn, lädt sie ab dem ersten Tag und erlebt nicht erst bei der Übergabe, dass das Auto nicht mehr anspringt. Der Kunde wird es schätzen, vorgewarnt zu werden.

Die Ladegeräte mit Starthilfe von Humming

Die Ladegeräte mit Starthilfe HE-B401 (200 bis 720 A, 12 / 24 V) laden in 7 Stufen mit automatischer Abschaltung und melden Kurzschluss und Verpolung. Die Transformatormodelle HE-B402 (400 bis 900 A) decken auch Lkw und Baumaschinen ab, und die belüfteten Modelle HE-B403 (600 bis 1.000 A) zeigen Spannung, Stromstärke, Dauer und Ladezustand an – für den Dauereinsatz. Ihr Humming-Händler hilft Ihnen bei der Wahl je nach den Fahrzeugen, die Sie annehmen.

Die hier genannten Werte sind Richtwerte aus der Werkstattpraxis. Maßgeblich ist immer das technische Merkblatt des Produkts.

Erwähnte Produkte

Auch interessant

Ausbeulen

Ausbeulspotter für Stahl: So finden Sie das richtige Gerät (Strom, Programme)

Der Spotter ist oft die erste Maschine, die man beim Einrichten einer Werkstatt kauft, und die, die jeden Tag im Einsatz ist. Zwischen Geräten mit 3.800 A und solchen mit 7.500 A, zwischen Einstellung über zwei Drehknöpfe und Displays mit Programmen fällt die Wahl nicht leicht. Hier die Kriterien, die im Werkstattalltag wirklich zählen.

5 Min. Lesezeit
Ausbeulen

Zugsäulen und Zugsysteme: Prinzip und bewährte Praxis

Einen eingedrückten Schweller oder eine von einem Pfosten verbogene Tür bekommt man mit dem Hammer allein nicht zurück. Man muss ziehen – mit der richtigen Kraft, in die richtige Richtung und ohne den Rest zu beschädigen. Das ist die Aufgabe von Zugsäulen und Zugsystemen, vorausgesetzt, man setzt sie mit Methode ein.

5 Min. Lesezeit