Trocknung

Kurzwellen-Infrarottrocknung: Prinzip, Abstände, Zeitgewinn

Richtig eingesetzt, trocknet ein Infrarotstrahler einen Spachtel in wenigen Minuten und ermöglicht es, eine Spot-Reparatur noch am selben Tag auszuliefern. Falsch eingestellt, bringt er einen Füller zum Kochen oder verbrennt ein Kunststoffteil. Es kommt darauf an, das Prinzip zu verstehen und ein paar einfache Einstellungen zu beherrschen.

· 5 Min. Lesezeit

Kurz-, Mittel-, Langwelle: der Unterschied

Bei der klassischen Trocknung in der Kabine wird die Luft erwärmt, die die Oberfläche des Lackfilms erwärmt, und die Wärme dringt dann langsam in die Tiefe. Die Oberseite des Films trocknet zuerst und kann sich schließen, während darunter noch Lösemittel eingeschlossen ist. Infrarotstrahlung überträgt die Energie dagegen per Strahlung direkt auf das Material und den Untergrund.

Je kürzer die Wellenlänge, desto tiefer dringt die Strahlung in den Film ein, bevor sie absorbiert wird. Kurzwellen durchdringen die Materialschicht und erwärmen auch den Untergrund, sodass der Film gleichzeitig in der Tiefe und an der Oberfläche trocknet. Das Lösemittel kann nach oben entweichen, statt eingeschlossen zu werden. Das erklärt die deutlich kürzeren Trocknungszeiten gegenüber Langwellenstrahlern, häufig mit etwa dreimal schneller angegeben. Ein weiterer Vorteil: Kurzwellenstrahler erreichen ihre volle Leistung in wenigen Sekunden.

Abstand und Leistung

Der Abstand zwischen Strahler und Bauteil verändert die Temperatur enorm. Zu nah, und es wird überhitzt; zu weit weg, und der Großteil der Wirkung geht verloren. Die Bedienungsanleitung des Strahlers nennt den Arbeitsabstand, bei solchen Geräten oft zwischen 50 und 80 cm, und das technische Datenblatt des Produkts gibt häufig eine IR-Trocknungszeit an. Strahler mit Laserpointer oder Abstandsmarkierungen helfen, sich jedes Mal richtig zu positionieren.

Stellen Sie den Strahler frontal und senkrecht zur Fläche auf, nicht schräg: Ein starker Winkel erwärmt die nähere Kante stärker. Bei einem gewölbten Teil prüft man, dass die nächstgelegene Zone die vorgesehene Temperatur nicht überschreitet. Ein Temperaturfühler oder ein Infrarotthermometer ist eine gute Investition, um die eigenen Einstellungen anfangs einzumessen.

Auch die Farbe spielt eine Rolle. Ein dunkler Farbton absorbiert mehr Strahlung als ein heller und wird bei gleicher Einstellung schneller warm. Bei Schwarz reduziert man oft die Leistung oder rückt den Strahler etwas weiter weg.

Die Phasen: Ablüften, dann Aushärten

Die meisten Strahler und technischen Datenblätter sehen zwei Phasen vor. Zuerst eine Phase mit reduzierter oder getakteter Leistung über einige Minuten, in der das Lösemittel sanft verdunsten kann. Danach volle Leistung für die Durchhärtung. Wer bei frischem Füller oder Klarlack direkt auf volle Leistung geht, bringt den Film am sichersten zum Kochen.

Die Größenordnungen sind aufschlussreich. Bei Polyesterspachtel reichen oft wenige Minuten bis zum Schleifen. Bei einem Füller oder Klarlack spricht man mit Kurzwelle meist von etwa zehn bis fünfzehn Minuten, gegenüber einer Dreiviertelstunde oder mehr mit Langwelle oder Warmlufttrocknung. Maßgeblich ist das technische Datenblatt des Produkts, und Strahler mit Programmen bilden diese Phasen je nach gewähltem Produkt ab.

  • Spachtel: wenige Minuten, dann schleifen
  • Füller: Ablüften, dann Aushärten, etwa 10 bis 15 min
  • Klarlack: Ablüften zwingend vor voller Leistung

Fehler, die man vermeiden sollte

Kunststoffe und Stoßfänger vertragen deutlich weniger Wärme als Stahl. Man reduziert die Leistung, vergrößert den Abstand und überwacht die Temperatur. Achten Sie auch auf benachbarte Teile: Eine Dichtung, ein Scheinwerfer, ein Außenspiegel oder ein gewöhnliches Abdeckband können Schaden nehmen. Ein hitzebeständiges Abdeckband verhindert, dass nach dem Trocknen überall Kleberreste zurückbleiben.

Bei einem Teil mit dickem Spachtelauftrag beschleunigt Infrarot das Trocknen so stark, dass man versucht ist, sofort zu schleifen. Lassen Sie es ein paar Minuten abkühlen: Warmer Spachtel lässt sich schlecht schleifen und setzt das Schleifmittel zu. Halten Sie schließlich die Strahler sauber. Röhren oder Reflektoren, die mit Sprühnebel überzogen sind, verlieren an Wirkung und heizen ungleichmäßig. Den Strahler lässt man daher während des Lackierens nicht in der Kabine stehen, und die Reflektoren reinigt man im kalten Zustand mit einem weichen Tuch nach Bedienungsanleitung.

Strahler und Elektroinstallation richtig dimensionieren

Die Anzahl der Kassetten bestimmt die Trocknungsfläche. Eine Kassette deckt eine kleine Reparatur ab, drei Kassetten ein Teil wie eine Tür oder eine Motorhaube, sechs Kassetten eine Fahrzeugseite. Achten Sie auch auf die Leistungsaufnahme: Ein Strahler mit mehreren Kilowatt braucht eine entsprechend ausgelegte Stromleitung. Ein Strahler, der bei jedem Einschalten die Sicherung der Werkstattsteckdose auslöst, ist kein guter Kauf, egal wie gut er ist.

Für Werkstätten mit vielen kleinen Reparaturen macht sich ein mobiler Standstrahler mit verstellbarem Arm schnell bezahlt, vor allem in Kombination mit staubfreier Vorbereitung. Man erledigt Spachtel, Füller und manchmal Klarlack am selben Tag, ohne die Kabine zu blockieren.

Genau hier verändert Infrarot die Arbeitsorganisation. Ohne Strahler blockiert eine kleine Spachtel- und Füllerreparatur oft die Kabine oder wartet bis zum nächsten Tag auf die Lufttrocknung. Mit einem Kurzwellenstrahler im Vorbereitungsbereich ist das Teil innerhalb einer Viertelstunde schleifbereit, und die Kabine bleibt frei für die Lackierarbeiten. Für eine Werkstatt mit vielen Türkratzern oder Stoßfängerschäden ist das oft ein gewonnener Tag pro Fahrzeug.

Infrarot von Humming Equipment

Das Sortiment deckt alle Größen ab: HE-L501 mit einer Kassette (500 × 500 mm, mit Zeitschaltuhr oder mit Zeitschaltuhr und Temperaturregelung), HE-L502 mit zwei Kassetten (800 × 800 mm), HE-L503 mit drei Kassetten (1.000 × 1.200 mm, Steuerung je Kassette) und HE-L504 mit sechs Kassetten (1.500 × 1.500 mm, Laserpointer, Temperaturfühler und produktspezifische Programme in der LCD-Version). Klären Sie vor der Wahl mit Ihrem Humming-Händler die Stromaufnahme des jeweiligen Modells.

Die hier genannten Werte sind Richtwerte aus der Werkstattpraxis. Maßgeblich ist immer das technische Merkblatt des Produkts.

Erwähnte Produkte

2K-Füller
Art.-Nr. 602

2K-Füller

Ein gut füllender Füller, der sich leicht schleifen lässt.

1 L

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